Hubert Berchtold

Hubert Berchtold wurde 1922 in Andelsbuch geboren. Nach dem zweiten Weltkrieg steht die österreichische Kunst vor einem Neubeginn. Junge Künstler wie Hubert Berchtold suchen innovative Mittel um eine neue Bildsprache zu kreieren. Neues entspringt nicht plötzlich einem Vakuum, sondern gründet auf Erfahrungen und Vorbildern. Die Fünfziger Jahre sind für Berchtold eine Lern-, Erfahrungs- und Orientierungsphase in welcher sich sein Stil allmählich zu festigen beginnt. Ausgedehnte Reisen durch Europa und Nordafrika hinterlassen in seiner Malerei ebenso ihre Spuren wie die intensive Auseinandersetzung mit den Arbeiten der französischen Künstler Rouault und Cézanne. In den frühen 1960er Jahren beginnt Berchtold in Serien zu arbeiten. Insekten, Käfer, Bäume und Stadtlandschaften drängen auf Papier und Leinwand; Tempel, Säulen und Stilleben folgen. Vereinzelt findet sich in diesen Bildern bereits der Pinselduktus, der für Berchtolds Landschaften der letzten beiden Lebensjahrzehnte charakteristisch ist. Aus figuralen Andeutungen in Stilleben und Landschaft erwachsen ab Mitte der 1960er Jahre menschliche Figuren.  1976 erweitert Berchtold das Figürliche um das Kreatürliche, in expressiven Farben und Formen entsteht sein Hundezyklus. In seinem letzten Lebensjahrzehnt spannt sich parallel zu den figürlichen Schöpfungen ein Bogen von Landschaftsdarstellungen. Beide Motive verschmelzen immer wieder auf reizvolle und neuartige Weise miteinander. Ab 1979 kennzeichnet eine starke Tendenz zur Abstraktion das Schaffen Hubert Berchtolds, das 1983 viel zu früh ein abruptes Ende findet.