Antony Gormley

Antony Gormley gehört zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Bekannt wurde der documenta-Teilnehmer Gormley im Jahre 1994, als er den Turner-Preis der Tate Gallery für eine Serie von Installationen mit dem Titel „Field“ erhielt. Von geradezu betörender Schönheit war die Installation „Another Place“ für Cuxhaven aus dem Jahre 1997: 100 gusseiserne Skulpturen waren über einen Quadratkilometer im Wattenmeer so verteilt, dass einige mit steigender Flut im Wasser versanken und bei Ebbe wieder auftauchten, andere am Strand zwischen den Strandbesuchern standen und diese damit selbst zum Teil der Installation wurden. So ermöglichte Gormley den Besuchern seiner Installation auch in der Natur räumliche und emotionale Erfahrungen mit Hilfe seiner Skulpturen und führte die Verlorenheit des Menschen vor der Unendlichkeit der Natur mit einer an Caspar David Friedrich gemahnenden Suggestivkraft vor Augen. In diesem Sinne lässt sich auch seine vergangene Installation „Horizon Field“ in den Vorarlberger Alpen verstehen, wo mitten in der Alpenlandschaft 100 gusseiserne Abgüsse seines Körpers zu sehen waren, alle präzise auf 2039 Meter Höhe platziert und über ein Gebiet von 150 Quadratkilometern verteilt. Melancholisch-nachdenklich und verloren, den Unbilden des Wetters ausgesetzt und doch zugleich trotzig-selbstbewusst wirkten sie in der großartigen Naturlandschaft.