Fritz Wotruba

Fritz Wotruba (1907 bis 1975) zählt zu den Klassikern der modernen Plastik in Österreich. Sein bevorzugtes Material war der Stein, zu dem ab den 50er Jahren sein Interesse für den Bronzeguss hinzukam. Sein künstlerisches Interesse galt der menschlichen Figur, die er in den 30er Jahren in der Tradition des Realismus anlegte. Seine Professur an der Akademie in Wien führte ihn zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Moderne. Es entstanden blockhafte Figuren aus Würfeln und Quadern, die in den späten 50er Jahren von Säulen- und Pfeilerfiguren abgelöst wurden. Seine Gestaltung der menschlichen Figur entfernte sich damit zunehmend vom anatomischen Körper, hin zu einer strengen, architektonischen Konzeption. In den 60er Jahren begann er mit plattenförmigen Einzelteilen zu arbeiten und gelangte zu dynamischeren Figuren. In den Folgejahren entstand, neben den Bühnenarchitekturen für das Wiener Burgtheater, auch die Gestaltung der Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Wien-Mauer – einer sakralen Architektur und begehbaren Plastik.