Gottfried Bechtold

Gottfried Bechtold wurde 1947 in Bregenz geboren und gehört zu den herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten Österreichs. Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt er sich im Wesentlichen mit der Erweiterung des Kunstbegriffs, vor allem im Bereich des Skulpturalen. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Tradition europäischer und amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre. Seit den späten 1960er Jahren hat er sich in Auseinandersetzung mit Land Art, Minimal und Conceptual Art von traditionellen Gestaltungs- und Präsentationsformen gelöst. Er sucht stets den Bezug zur Realität, zu Menschen, zu alltäglichen Prozessen, zu allgemein verständlichen physikalischen Regeln und zu den entscheidenden Faktoren seines Werks, zu Zeit und Raum. Das heißt, dass seine Aktionen, Skulpturen, Filme, Objekte und Textarbeiten immer auf den Betrachter und Benutzer ausgerichtet sind. 1972 nahm er an der documenta 5 in Kassel teil. Bechtolds Haltung der Natur gegenüber ist grundsätzlich die eines aufmerksamen, aber passiven Beobachters, wie man aus dem Zustand der Umgebungen seiner Wohn­ und Arbeitsstätten schließen darf, einer gleichzeitig friedlichen und kunstvollen Symbiose zwischen Zivilisation und Natur. Seine elegante Abstraktionen menschlicher Torsi erweisen sich bei näherer Betrachtung als Objets Trouvées, als aus Bäumen geschnittene, entrindete und geglättete Naturstücke. Er relativiert damit die Begriffe „natürlich“ und „künstlich“, in noch gesteigerter Form mit den polierten Abgüssen.